Gesund & Munter! Der Säure-Basen-Haushalt

Kennt ihr das Gefühl, wenn man sich den ganzen Tag über sehr schlapp fühlt, oft Erscheinungen von Müdigkeit auftreten und somit die restliche Power fehlt, die nötig ist, um euer maximales Leistungspotential abzurufen? Ihr denkt, ihr habt zu viel Stress? Oder ihr könnt euch einfach nicht erklären, woher diese Gefühlslage kommt? Vielleicht vermutet ihr es nicht, aber eine mögliche Ursache für alle dies kann eure falsche Ernährung sein. Sie ist viel wichtiger für den gesamten Körperprozess als manch einer denken mag. „Du bist, was du isst!“ Dieses Sprichwort bekommt im Folgenden eine wichtige Bedeutung.

Die negativen Gefühle, Stress und Müdigkeit könnt ihr mit einer richtigen Ernährungsweise selbst positiv beeinflussen. Eurer Körper benötigt täglich bestimmte Stoffe, wie Vitamine und Mineralien, damit er sich zu 100 Prozent wohlfühlen kann und somit auch seine maximale Leistung abrufen kann.

Anhand des „Säure-Basen-Haushaltes“ will ich euch im Folgenden erläutern, wie Ihr eurem Körper die richtigen Stoffe zuführt.

Zellen und Zellerneuerung

Bevor ich auf den Säure-Basen-Haushalt eingehe, will ich mich kurz dem sehr komplexen Thema der Zellen widmen. Der menschliche Körper ist in aller erster Linie daran interessiert, seine Zellen und sein Gehirn ständig zu ernähren. Denn diese sind der Hauptgrund dafür, dass wir überhaupt leben können. Unsere Zellen sterben regelmäßig ab und werden dann wieder neu gebildet. Dieser Prozess der Zellerneuerung geschieht etwa im 3 Monats-Zyklus. Ziel ist es nun, diese Zellen in bester Qualität neu zu bilden, um eine bestmögliche körperliche und geistige Gesundheit zu erreichen. Hierzu brauchen die Zellen Nährstoffe, und zwar die essentiellen Nährstoffe. Hierzu gehören Mineralstoffe, Vitamine und auch Antioxidantien. Je besser der Nährstoff für die Zelle ist, desto besser ist auch die Qualität der Zellneubildung. Somit hängt es entscheidend davon ab, mit welchen Nährstoffen ihr euren Körper ernährt. Wenn ihr mehr über die Zellnahrung erfahren wollt, könnt ihr hier einen interessanten Beitrag lesen.

Stoffwechselprozess & Säure-Basen-Haushalt

So, aber nun zum „Säure-Basen-Haushalt“ eures Körpers. Der Säure-Basen-Haushalt spielt bei eurem Stoffwechsel eine bedeutende Rolle. Jede Mahlzeit wird im Körper fein säuberlich zerlegt und euer Körper zieht sich nur die Stoffe heraus, die er auch tatsächlich benötigt. In anderen Worten ausgedrückt, trennt er Brauchbares von nicht Brauchbarem („Schlacke“ genannt).

Säure-Basen-Haushalt

Wie Ihr aus den guten alten Schulzeiten sicherlich noch wisst, gibt es die sogenannte Säure-Basen Skala, die den PH-Wert von Substanzen angibt.

PH-Wert Skala

Hierbei gelten die PH-Werte von 1-6 als Sauer und die PH-Werte von 8-14 als basisch. Der PH-Wert von 7 gilt als neutral. Doch nicht der PH-Wert des Produktes bzw. Lebensmittels selbst ist entscheidend, sondern welche Substanzen bei der Verstoffwechselung des Lebensmittels entstehen und wie diese dann im Körper wirken. So kann beispielsweise ein von Grund auf „saures“ Lebensmittel sehr wohl basisch verstoffwechselt werden und ein von Grund auf „basisches“ Lebensmittel ebenso „sauer“ verstoffwechselt werden.

In anderen Worten ausgedrückt, müsst Ihr also darauf achten, dass Ihr eurem Körper deutlich mehr von denjenigen Produkten zuführt, die beim körpereigenen Stoffwechsel „basisch“ werden! Macht Ihr das nicht, dann übersäuert Euer Körper und das hat negative gesundheitliche Auswirkungen auf euern Körper.

Übersäuerung des Körpers – ein unangenehmer Zustand mit vielen Folgen

Ich möchte euch die Übersäuerung und deren unangenehmen Folgen an einem einfachen Beispiel erläutern. Jeder von uns liebt Pizza. Aber was geschieht in eurem Körper, wenn Ihr euch eine einfache Salami Pizza gönnt?

Salami Pizza

Grundlegende Inhalte der Salami Pizza sind: Wurst, Käse, Weizenmehl, Tomatensoße. All diese Inhalte sind beim Stoffwechsel stark säurebildend. Das heißt, dass sich der Körper daraus auch wenig gute Stoffe ziehen kann und somit mehr Schlacken bildet, die bei der Verdauung schwer ausscheidbar sind und eure gesunden Zellen angreifen. Nun muss eine Neutralisation stattfinden, damit es zu keiner Zellschädigung kommt. Dies macht euer Körper, indem er auf körpereigene basische Puffersubstanzen zurückgreift, auch Mineralstoffe genannt. Mineralstoffe sind wichtige lebensnotwendige anorganische Nährstoffe, die euer Körper nicht selber bilden kann, sondern nur aus den Nahrungsmitteln ziehen kann. Beispiele für Mineralien wären Mengenelemente wie Calcium, Magnesium oder Natrium und essentielle Spurenelemente wie Eisen, Zink oder Iod. Durch die Neutralisation opfert ihr euch dann eine Menge dieser wichtigen Mineralien.

Doch woher holt sich der Körper diese Mineralien? Mineralien lagern in euren Zähnen, Knochen, im Haarboden oder in den Blutgefäßen. Und genau dort greift euer Körper zurück, um sich die Mineralien zu holen, die er benötigt. Da der „Vorrat Speicher“ somit mehr und mehr geleert wird, steigt das Risiko für Caries, Haarausfall, Krampfadern, Erkältungen oder Gelenkblockaden wie Arthrose und Rheuma. Gleichzeitig bildet euer Körper auch Fettzellen, um die Organe vor den gefährlichen Säuren zu schützen, womit auch eine Ursache für das unbeliebte „Hüftgold“ oder für Cellulite  erklärt ist. Da euer Körper ständig mit Verdauung und „Neutralisation“ beschäftigt ist, verliert er dabei wichtige Kräfte für andere Funktionen und das Immunsystem kann nur noch mit 50%iger Leistung arbeiten. Negative Folgen daraus sind ein Gefühl der Schlappheit, Müdigkeit oder auch Kopfschmerzen.

Also hierbei seht ihr ganz gut, welche Folgen eine Übersäuerung eures Körpers so mit sich bringen kann. Und vielleicht erkennt der ein oder andere die genannten Erscheinungen auch bei sich selbst. Das Gute daran ist, ihr könnt dagegen etwas tun! Mit einer basenüberschüssigen Ernährung gleicht Ihr also den Säure-Basen-Haushalt aus. Die negativen Auswirkungen der Übersäuerung werden umgekehrt. Ebenso fühlen sich in diesem Zustand nur die für den Körper gut wirkenden Mikroorganismen wohl und durch die ständige Zufuhr der essentiellen Mineralien (Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen) entsäuert euer Körper. So muss er auch kein Fett einlagern um sich vor den giftigen Säuren zu schützen. Man bleibt fit, gesund, jung, schlank und auch schön!

Doch keine Panik! Ich habe nicht gesagt, dass ihr mit diesem Wissen jetzt keine Pizza mehr essen dürft. Ich habe oben erwähnt, dass ihr mit eurer Ernährung einen Überschuss an Basen herstellen sollt. Achtet darauf, dass ihr im Verhältnis mehr basenbildende Lebensmittel zu euch nehmt, als die säurebildenden Produkte. Dann kann man sich beim Italiener auch weiterhin eine leckere Pizza gönnen, und freut sich wahrscheinlich noch mehr darüber.

Seitdem ich selber auf meinen Säure-Basen-Haushalt achte, fühle ich mich nicht mehr so schwer, habe keine Blähungen mehr, fühle mich im Fitness-Studio deutlich fitter und mein Heißhunger auf Süßigkeiten ist auch verschwunden. Ebenfalls brauche ich auch nicht mehr so viel Schlaf, da mein Körper die richtigen Stoffe erhält und somit in die Tiefschlafphase kommt. So reichen mir 6-7 Stunden völlig aus, um mit bester Energie durch den Alltag zu kommen.

Ich kann abschließend nur sagen: Probiert es einfach mal aus und stellt einen Unterschied fest!

In welchen Lebensmitteln stecken die basenbildenden Stoffe?

Zum Ende will ich euch noch ein paar basenbildende und säurebildende Lebensmittel nennen, damit ihr euch mal einen kleinen Überblick verschaffen könnt und somit ein leichteres Spiel bei der Auswahl eurer Mahlzeiten habt.

Basische Lebensmittel:

  • Sprossen und Keimlinge (Leinsamen-, Sonnenblumenkern-, Senf-, Hirse-, Linsen-Sprossen; Gersten-, Dinkel- oder Weizenkeimlinge)
  • Nüsse und Samen (Erdmandeln, Mandeln, Mandelmus, Maroni)
  • Basisches Eiweiß aus Lupinenmehl
  • Basische Nudeln wie Konjac-Nudeln
  • Basische Getränke (selbst gemachte Früchte-Smoothies, grüne Smoothies, Kräutertees, Lupinenprotein-Shake, Wasser, Wasser mit 1 TL Apfelessig oder mit frisch gepresstem Zitronensaft)
  • Basisches Obst (Äpfel, Ananas, Aprikosen, Avocado, Bananen, Birnen, Datteln, Himbeeren, Pflaumen, Zitrusfrüchte, Kirschen, Kiwis, etc… – also so gut wie jedes Obst ist möglich!)
  • Basisches Gemüse (Algen, Artischocken, Auberginen, Bohnen, Brokkoli, frische Erbsen, Fenchel, Karotten, Knoblauch, Lauch, Kürbis, Zucchini, Paprika, Zwiebeln, Austernpilze, Pfifferlinge, Champignons, Shiitake-Pilze, Steinpilze, etc… – also alles, was ihr auf dem Markt an frischem Gemüse findet!)
  • Alle Kräuter, Gewürze und Blattsalate

 Gute Säurebildner:

  • Bio-Getreide (Dinkel, Karmut)
  • Getreideprodukte wie Bulgur und Couscous (Aber aus Dinkel, nicht aus Weizen!)
  • Hirse
  • Hülsenfrüchte (Kernbohnen, Linsen, Kichererbsen)
  • Kakaopulver (in hoher Qualität)
  • Mais (Polenta, Mais-Pasta)
  • Nüsse (Walnüsse, Haselnüsse, Macadamianüsse, Paranüsse)
  • Ölsaaten (Leinsaat, Sesam, Hanfsaat, Mohn, Sonnenblumen- und Kürbiskerne)
  • Pseudogetreide (Quinoa, Buchweizen)
  • Tierische Produkte aus biologischer Landwirtschaft (Bio-Eier oder Fisch aus Bio-Aquakulturen)
  • Tofu (nur Bio)
  • Getränke wie Grüntee, selbst gemachte Trinkschokolade (aus Mandelmilch und Rohkost Kakao-Pulver)

 Schlechte Säurebildner:

  • Tierische Lebensmittel (Eier, Fleisch, Fisch aus konventioneller Landwirtschaft, Wurstwaren, Milchprodukte wie Quark, Joghurt, alle Käsesorten und alle Fertigprodukte; Ausnahme: Butter und Sahne in Bio-Qualität, die neutral eingestuft werden)
  • Pflanzliche Lebensmittel (Weinessig, Balsamico, Getreideprodukte aus Auszugsmehlen wie Nudeln, Cornflakes, Kuchen, Gebäck; Glutenhaltige Produkte; Sauerkonserven; Sojaprodukte; Zucker, Speiseeis, Süßungsmittel, alle Fertigprodukte)
  • Getränke (Alkohol- und koffeinhaltige Getränke; Fertiggetränke und Softdrinks wie Limonade, Fruchtsaft aus Konzentrat, Isodrinks, Proteindrinks; Milch; Mineralwasser oder generell Getränke mit Kohlensäure; Tee wie schwarzer Tee, Eistee, Früchtetee)

 

 

 

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